Die Bremser. Wie alles begann.

Die Bremser Neugründung 11.12.13

Man soll die Feste feiern, wie sie fallen... Das haben die Bremser in ihrer Geschichte stets getan. Schon der Anfang war ein solcher Anlass: Herbst 1955, eine Vorstandssitzung des Bürgervereins - vier Herren! - war beendet, man gesellte sich zu den Damen, und bei einem guten Wein wurden die Herren derart ausgelassen, dass die Damen einhellig der Meinung waren: "Ihr könntet glatt eine Kappensitzung veranstalten!"

Und so kam es: Im Februar 1956 fand in der Tat eine "Kappensitzung" statt. Sie fand so großen Anklang, dass das Vier-Herren-Komitee 1957 sieben, 1958 neun und schließlich 1959 elf Herren zählte.

Der Name "Bremser" kam 1958 ins Spiel. Da die Kappensitzungen mit Tanz und Gaudi bis in die Morgenstunden dauerten, schlug Gerhard Görlitz - Ur-Berliner - als Name für die Veranstaltungen "Nacht ohne Bremse" vor und da lag es nahe, die Akteure "Die Bremser" zu nennen.

Mit einer kräftigen kabarettistischen Note wurden die Nächte ohne Bremse schnell rund um bekannt und beliebt. Bald war es notwendig, zwei Nächte ohne Bremse vorzusehen. Inzwischen fand sich auch die Jugend ein. Käthe Daus übernahm die Leitung und baute Garde- und Tanzgruppen auf. Erste Krönung der Entwicklung war in der 11. Kampagne 1966 das erste Buchschlager Prinzenpaar.

Der Verlust des guten alten Rathaussaals sowie der Generationswechsel führten langsam aber spürbar in neue Richtungen. So wurde aus der klassischen Karnevalssitzung eine närrische Show, die von über hundert Akteuren gestaltet wird.

Auch noch heute, trotz Verlust des vertrauten Bürgersaals, lassen die Bremser sich den Spaß am Karneval nicht verderben und freuen sich, alle Karnevalisten, Freunde und Partner in der SKG Sprendlingen begrüßen zu dürfen.

Wie entsteht eigentlich so eine Bremser-Sitzung?

Wie lange vor den Sitzungen ist das Programm schon fertig? Wer schreibt die Vorträge, und wer entscheidet, was an welcher Stelle auf die Bühne kommt? Könnte jede dieser Fragen klipp und klar in einem Satz beantwortet werden, wäre dieser Beitrag nach ein paar Zeilen beendet. Da es sich bei den Bremser-Sitzungen aber um ein „komplexes Phänomen“ handelt, bemühen wir uns beim Versuch einer Erklärung so systematisch wie möglich vorzugehen.

Die ersten Ideen entstehen eigentlich meistens schon direkt nach den Sitzungen beim Feiern und an der Sektbar. Die ersten, die ihr Training aufnehmen, sind im Frühsommer die Tanzgruppen. Ausnahme ist hier das Männerballett, welches tänzerisch so versiert ist, dass monatelanges Training nicht notwendig ist. 

Über das Jahr verteilt, finden dazu regelmäßige Treffen statt. In diesen werden Ideen besprochen und konkretisiert. Ernst wird es gegen Ende des Jahres, wenn der gewählte Programmausschuss die Tanzgruppen besucht und das Ergebnis der Tänze prüft. Auch Büttenredner und sonstige Aktive werden zusammentrommelt. Hier werden Themen und Inhalte besprochen und abgeglichen, damit es keine Doppelungen gibt.

Nach dem Jahreswechsel geht es dann direkt auf die Haupt- und Generalprobe zu. Die Fülle des Angebots an Tänze, Reden, Sketchen und Shownummern muss dabei in der effektvollsten Reihenfolge zusammengestellt werden. Der Programmausschuss betrachtet alle Nummern kritisch, denn die Bremser wollen dem Publikum natürlich eine gelungene Sitzung bieten. Das Ergebnis all dieser Bemühungen sieht man jedes Jahr wieder auf der Bühne.

Die Bremser Standarte

Es gibt sie seit dem Jahre 1977, zum 22-jährigen Bremserbestehen. In diesem Jahr wurde das erste Dreieicher Prinzenpaar Prinz Klaus I. und Prinzessin Ursula I. gekürt. Die Standarte spielte damals wie heute eine wichtige Rolle. Sie kündigt nämlich nun schon seit 33 Jahren die Bremser als Formation, Abordnung oder Gastgeber an. Sie trägt die Farben weiß und blau und ähnelt dem Wappen des Kantons und Stadtwappens Zürichs (nur in gespiegelter Form). Das Stadtwappen von Zürich tauchte schon im 15. Jahrhundert auf Schilden, Gemälden und Glasscheiben in Häusern auf.

Kenner würden die Standarte der Bremser wie folgt beschreiben:
„Von Hand gestickt, trägt sie das Wappen der Stadt Buchschlag, umsäumt von einem in blau und weiß, schräg rechts geteiltes Schild, umrandet mit goldener Litze. Obliegend die Schrift der Stadt Buchschlag und der Name der Närrinnen und Narren der ältesten, aktiven Karnevalsgruppe in Dreieich.“

Die Standarte wurde in der Saison 2007/2008 zum Symbol des Protestes der Bremser.
Das Senken der Standarte galt damals als Erkennungszeichen beim Umzug in Sprendlingen für das Einhalten sämtlicher Helau rufe der Buchschlager Bremser, das Stoppen der Wagen-Musik und für das Zudrehen des Rückens aller Bremser gegenüber des Podestes der Dreieicher Stadt-Abgeordneten. Der Protest galt dem von der Stadtverordnung beschlossenem Abriss des Bürgersaales in Buchschlag.

Ein Jahr später wurde die Standarte zur Vorlage des Kampagnenordens 2008/2009 und damit zum Symbol aller aktiven Bremser.